Später Strafstoß zerstört Alzenauer Träume
Vor 310 Zuschauern gewinnt der TSV Steinbach Haiger mit 4:3 beim FC Bayern Alzenau. Den vielumjubelten Siegtreffer erzielte Ole Käuper in der fünften Minute der Nachspielzeit per Strafstoß.

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Spielbericht
Die Gastgeber legten stark los und hatten die ersten beiden Großchancen durch Filip Pandza (2.) und Mersei Nsandi (7.), doch Kevin Ibrahim war hellwach und hielt beide Male großartig. Wenig später konnte der TSV Steinbach Haiger seinerseits die ersten Akzente setzen. Jonas Singer schob das Leder nach einem Konter knapp am langen Eck vorbei (9.). In der elften Minute gingen die Gäste in Führung. Nick Galle hatte geflankt, der Torwart kam nicht entscheidend an den Ball und Maximilian Pronichev drückte das Leder mit der Brust über die Linie. Alzenau zeigte sich wenig geschockt. Lucas Sitter scheiterte mit einem Kopfball am Schlussmann (15.). Quasi im Gegenzug schoss Jonas Singer erneut aufs Tor. Der Ball flog jedoch abgefälscht am Pfosten vorbei. Serkan Firat hatte in der 24. Minute die große Gelegenheit einen starken Konter erfolgreich abzuschließen, zielte jedoch hauchdünn am kurzen Eck vorbei. Nun schlug der FC Bayern erstmals zu. Marco Ferukoski glich per Distanzschuss ins linke Eck aus (26.). Es ging weiter munter hin und her. Jonas Singer stand in der 31. Minute frei vor dem Keeper, schoss diesen jedoch aus kurzer Distanz an. Keine 60 Sekunden später traf Filip Pandza den Ball nach frühem Ballgewinn nicht voll. Somit verpuffte auch diese gute Möglichkeit. Die nächste Chance hatten dann wieder die Mannen aus dem nördlichen Lahn-Dill-Kreis, doch Eros Dacaj fand zwar die Lücke zwischen den Beinen seines Gegenspielers, doch Alessio Samarelli tauchte ab und hielt (40.). Dacaj war es auch, der die letzte Großchance der ersten Hälfte hatte, doch nach starkem Solo wurde sein Schuss aus zwölf Metern gerade noch um den Pfosten gelenkt. Somit ging es mit einem gerechten 1:1 in die Kabinen.

Die zweite Hälfte
Alzenau kam auch diesmal besser zurück aufs Feld. In der 50. Minute gelang dem FC Bayern der 2:1-Führungstreffer. Auf Flanke von links, leitete Filip Pandza den Ball sehr überlegt weiter. Lucas Sitter stand frei und traf eiskalt. Beinahe hätten die Hausherren direkt nachgelegt, doch Marco Ferukoski zielte nach frühem Ballgewinn zu hoch (51.). Der TSV Steinbach Haiger reagierte jedoch extrem effektiv und nutzte die Verwirrung der Hausherren nach einem Doppelwechsel des TSV zum 2:2-Ausgleich durch Jonas Singer (56.). Auf eine Ecke der Gäste, folgte ein Konter über Maximilian Brauburger, der sich gegen die Konterabsicherung Jonas Singer durchsetzen konnte, aber nach 60 Meter Solo an Kevin Ibrahim scheiterte (58.). In der 63. Minute hatte Steinbach etwas Glück auf seiner Seite. Aus kurzer Distanz bekam Eros Dacaj den Ball in Strafraum an die Hand geschossen. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Die Heimelf blieb in dieser Phase am Drücker, doch erneut vergab Brauburger, diesmal sogar gleich doppelt gegen den Keeper. Während den Gästen gleich mehrfach der letzte Pass bei Kontern nicht gelang, wirkte der FC Bayern Alzenau etwas platt vom großen Aufwand, den man zuvor betrieben hatte. Eine Viertelstunde vor Schluss unterlief dem ehemaligen Steinbacher Marvin Jung beinahe ein Eigentor, doch sein Torwart rettete gerade noch auf der Linie. Steinbach belohnte sich in der 78. Minute für eine starke Phase. Marvin Mika hatte von halblinks abgezogen. Der Schlussmann klärte schwach direkt in die Mitte, wo Joker Jakob Pfahl zum 3:2 für sein Team einschob. Das Spiel nahm anschließend die nächste Wendung. Im Anschluss an eine Ecke rutschte der Ball zu Maximilian Brauburger durch, der direkt abschloss und zum 3:3-Ausgleich traf (81.). In der 88. Minute fehlten bei einem Kopfball von Ole Käuper nur wenige Zentimeter zur erneuten Führung der Mittelhessen. Die Hausherren kämpften mit dem Mute der Verzweiflung und kamen durch den eingewechselten Jihad Boutakhrit zur nächsten Großchance, doch nach einer weiteren Parade von Kevin Ibrahim und einem geblockten Schuss, knallte der Stürmer an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball zurück ins Feld (89.). Der Schiedsrichter zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an. 240 Sekunden dieser Extrazeit waren absolviert, da enteilte Marvin Mika der Abwehr auf halblinks und konnte nur noch per Foul im Strafraum gestoppt werden. Ole Käuper nutzte den berechtigten Strafstoß zum 4:3 für den TSV Steinbach Haiger, das vom gesamten Team lautstark gefeiert wurde. Zwar mussten die Gäste noch einen letzten wilden Ansturm der Alzenauer, samt eines Eckballs, überstehen, doch am Ende stand ein 4:3-Auswärtssieg, den man sich gemeinsam erkämpft hatte.

Fazit
Die Hausherren haderten zwar mit ihrer Chancenverwertung, ließen jedoch auch einfach viel zu viele gute Möglichkeiten der Gäste zu, um sich am Ende über die Niederlage zu beschweren. Aktuell ist das rettende Ufer (Kickers Offenbach) neun Punkte für Alzenau entfernt.
Mit dem zweiten Sieg in Serie hat Steinbach nun einen Vorsprung von 18 Punkten auf den Viertletzten aus Alzenau, bei noch sieben ausstehenden Spielen. Neun Zähler liegt die Tahiri-Elf nun vor Kickers Offenbach (14.). Zum dritten Platz fehlen in der engen Regionalliga Südwest fünf Punkte.

Zitat Hüsni Tahiri
„Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen. Bayern Alzenau hatte die erste Kopfballchance von Filip Pandza. So nach fünf Minuten waren wir ein bisschen besser drin und machen dann das 1:0 durch eine gute Verlagerung, so wie wir es auch spielen wollen. Im letzten Drittel dann mit einem tiefen Pass von Jonas Singer auf Nick Galle. Der flankt zum 1:0. Dann kommt das 1:1, wo wir im Zentrum nicht rein staffeln und dem Gegner den Ball mehr oder weniger vor die Füße legen. Daraus fällt das Tor. Nach der Halbzeit war es unglücklich. Beim Gegentor springt eine Flanke über Julian Etse. Der Stürmer löst sich gut hinter seinem Rücken und macht das 2:1. Darauf folgt das 2:2 durch die Wechsel, bei denen wir uns auch richtig entschieden haben, um mit Marvin Mika, Leon Wirtz und auch Jakob Pfahl nochmal anderen Schwung hineinzubringen. Das hatte ich auch schon mal in der Halbzeit durchdacht. Leon Wirtz macht einen guten tiefen Laufweg. Dazu der Pass von Serkan Firat in die Tiefe. Leon Wirtz legt auf Marvin Mika zurück. Dann gibt’s den Torschuss, ich glaube von Tim Kircher. Er hat den Abpraller, legt nochmal zu Eros Dacaj, der spielt rüber auf Jonas Singer, dann steht es 2:2. Beim 3:2 steht Jakob Pfahl da, wo ein Stürmer auch stehen muss. Das hat mich auch für ihn besonders gefreut, weil er jetzt schon lange nicht mehr gespielt hat und auch langsam wieder reinkommt. Dann fällt durch eine Standardsituation das Spiel 3:3, wo sich ganz hinten, am langen Pfosten, der Gegner weg schleicht und das Tor macht. Ich denke, dass es auch bis dahin verdient war. Die Mannschaft hat heute klar gezeigt, dass sie Moral, Leidenschaft, Wille und Mentalität hat, um dann in der 94. Minute noch diesen Elfmeter zu ziehen. Wir schmeißen da noch einmal alles nach vorne und erzwingen das 4:3 durch puren Willen. Ole Käuper hat eine super Leistung gebracht und die Verteidigung gegen die großen Stürmer immer wieder unterstützt. Kevin Ibrahim kann man heute auch hervorheben. Er hat uns immer wieder im Spiel gehalten hat, so wie in der zweiten Minute beim Kopfball vom Pandza. Er hat sich selbst diese Spiele durch gute Leistungen erarbeitet. Das Leistungsprinzip ist immer im Vordergrund und das sieht man dann halt auch in den Spielen. Wir sind heute froh über die drei Punkte und freuen uns nun auf ein Highlight-Abendspiel gegen Sandhausen, einen Ex-Zweit- & Ex-Drittligisten. Es macht immer Spaß gegen Mannschaften mit hoher Qualität und viel Erfahrung zu spielen. Wir wollen am Freitag auch wieder eine Teamleistung auf den Platz bringen. Das ist das Wichtigste, was für uns zählt. Dann schauen wir, was am Ende dabei rauskommt“, sagt Hüsni Tahiri.
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📸 Björn Franz Photography